Status quo des Rettungsdienstes in Uganda

TP_BilanzDer Beginn eines neuen Jahres eignet sich stets, noch einmal auf das alte zurückzublicken. Das hat der 1. Vorsitzende Thomas Pankoke getan. In seinen Bericht über den aktuellen Stand des Rettungsdienstes in Uganda lässt er auch ganz persönliche Erfahrungen einfließen:

„Im Februar war ich mit drei weiteren Vereinsmitgliedern in Uganda. Es war schön, Max (Anmerkung: Max Feldmann, dessen Freiwilliges Soziales Jahr im August 2014 zu Ende ging) wiederzusehen und natürlich auch die Ordensschwestern, Arbeiter und Ärzte, die uns alle ans Herz gewachsen sind. Max hatte im Vorfeld schon Einiges vorbereitet. Der Rettungsdienst in Kyamuhunga ist im vollem Gange; wenn auch im Durchschnitt nur ein Einsatz am Tag gefahren wird: Der Wagen rollt und hilft Menschen, gut versorgt ins Krankenhaus zu kommen.

Zusammen mit Max haben wir Übungen mit dem Team durchgeführt und sind auch einmal mit zu einem Verkehrsunfall gefahren. Ein Mopedfahrer war schwer gestürzt und hatte sich den Oberschenkel gebrochen. Es war schon dunkel, doch die Arbeitsscheinwerfer am Rettungswagen gaben genug Licht, den Verunfallten mit einer Infusion und Schmerzmittel zu versorgen und nach schonender Überlagerung mit der Schaufeltrage in den Wagen zu bringen. Schwester Immaculate, die alle Narkosen im Krankenhaus einleitet, hat uns begleitet und die Schmerztherapie durchgeführt. Für uns alle war es ein schönes Gefühl, zu sehen, dass wir tatsächlich im Land etwas verändern  können – ein Patient mehr, der nicht lange auf einen vorbeifahrenden Wagen warten muss, der bereit ist, ihn auf die Rücksitzbank oder die Ladefläche zu legen.

Schon unsere Anreise vom Flughafen zum Krankenhaus hatte sich verspätet durch einen schweren Verkehrsunfall mit zwei Menschen, die ihr Leben am Unfallort verloren. Der Unfall hatte sich schon Stunden vorher ereignet; ein LKW war umgekippt und die Fahrbahn war rutschig und ölverschmiert. Zweige, die etwa 100 Meter vor der Unfallstelle auf der Straße lagen, haben die Gefahr angekündigt. Die Leichen lagen im Graben und sollten bald von den Angehörigen abgeholt werden. So komisch das klingen mag: Das motiviert, weiterzumachen, den Rettungsdienst im Land auszubauen!

Bereits 2013 hatten wir einen weiteren Rettungswagen für den dritten Standort ausgerüstet und versendet. Das katholische Krankenhaus „Villa Maria“ in Masaka sollte nach Rücksprache mit den Verantwortlichen dort diesen Rettungswagen erhalten. Max hatte ihn bereits vollständig bestückt, und so machten wir uns auf den Weg, um ihn zu übergeben. Wir lernten ein achtköpfiges Team kennen, welches wir für den Einsatzdienst schulen durften. An allen drei Standorten fahren die Mitarbeiter ehrenamtlich, sie bekommen keinen Schilling für ihre zusätzliche Arbeit. Die Kosten für Treibstoff und medizinisches Verbrauchsmaterial werden durch die Einsatzgebühren gedeckt. Die Ersatzteile für die Fahrzeuge werden durch die Ugandahilfe beschafft. Auch die Fortbildungen, die wir in Zukunft in Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Organisation durchführen werden, werden vom Verein übernommen.

Auch in Ibanda läuft das System recht gut. Annette Ringehahn hat es damals nicht nur als „Freiwillige“ mit aufgebaut, sie hat sich nach dem Freiwilligendienst nochmals auf den Weg nach Ibanda gemacht, um dieses damals völlig neue System auf einen guten Weg zu bringen.

Einen Tag vor unserem Reiseantritt wurden uns von einem Spender 10.000 Euro für den Bau eines lang vom Krankenhaus ersehnten Gästehauses zugesagt. So konnten wir den Beginn und den Fortschritt des Baus vor Ort schon ein wenig mitverfolgen. Bauleiter war Gottfrey, der auch schon die Müllverbrennungsöfen in Kyamuhunga und Ibanda gebaut hatte. Mittlerweile ist es fertiggestellt und kann mit zwei Doppelzimmern und einem Einzelzimmer fünf Personen beherbergen. So ist auch die Unterkunft für Ärzte aus Deutschland gesichert, die ab Mai 2015 in Kyamuhunga als auch in Ibanda für den Verein tätig sein werden. Es wurde bereits von Tina Renno, Rettungsassistentin aus Dresden, Michael Hellfritz, Rettungsassistent aus Hamburg, sowie von Helen Meißner, Rettungsassistentin aus Verl, genutzt. Alle haben sich an den drei Standorten eingebracht, haben Fortbildungen organisiert, Werbung für den Rettungsdienst mit den Teams in den Ortschaften gemacht, Teamsitzungen vorbereitet und sind bei Einsätzen mitgefahren.

Im Mai konnten wir einen großen Container mit Hilfsgütern auf den Weg schicken, der unter anderen das Elektromaterial für Wolfgang Kluth mit seinem Team aus Paderborn sowie Mirko Volgmann von der Firma Elektro Beckhoff aus Verl und Manfred Renner aus Geesthacht enthielt. Diese Truppe hat einige Meter neue Kabel verlegt, Schaltkästen angebracht, Notlicht installiert, Reparaturen an den Pumpen für das Trinkwasser vorgenommen und das Röntgengerät mit dem Generator verbunden, damit auch bei Stromausfall geröntgt werden kann. Manfred hat beide OP-Sterilisatoren in Betrieb genommen und das Personal zusammen mit Tina eingewiesen.“

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